blühendes Seifenkraut

Seifenkraut

Wissenschaftlicher Name
Saponaria officinalis

Wissenschaftlicher Name im Genitiv
Saponariae officinalis

Pflanzenfamilie
Nelkengewächse (Caryophyllaceae)

Namensherkunft

Der Name „Seifenkraut“ leitet sich von der hohen Konzentration an Saponinen in der Pflanze ab, die in Wasser schäumende Eigenschaften besitzen. „Saponaria“ stammt vom lateinischen Wort „sapo“ ab, was „Seife“ bedeutet. „Officinalis“ weist darauf hin, dass die Pflanze früher als offizielle Heilpflanze verwendet wurde.

blühendes Seifenkraut
blühendes Seifenkraut

Geschichtliches und Mythologie

Das Seifenkraut wurde bereits im Mittelalter als natürliche Seife und Reinigungsmittel verwendet. Die Pflanze enthält Saponine, die in Wasser eine schäumende Lösung bilden, was sie ideal für die Reinigung von Textilien, insbesondere von empfindlichen Stoffen wie Wolle und Seide, machte. Seifenkraut wurde auch in der Volksmedizin zur Behandlung von Hauterkrankungen, Husten und Verdauungsbeschwerden eingesetzt.

Botanik

Das Seifenkraut ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die bis zu 80 cm hoch werden kann. Die Pflanze hat eiförmige bis lanzettliche Blätter und trägt im Sommer kleine, hellrosa bis weiße Blüten, die in dichten Büscheln angeordnet sind. Sie wächst in gemäßigten Zonen und ist in Europa und Asien heimisch. Seifenkraut bevorzugt feuchte, kalkhaltige Böden und gedeiht oft entlang von Flussufern, in Wiesen und an Wegesrändern.

Heutige Anwendung

Heute wird Seifenkraut hauptsächlich in der Naturkosmetik und zur Herstellung von milden Reinigungsmitteln verwendet. Es ist bekannt für seine hautschonenden und feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften. In der Pflanzenheilkunde wird es noch gelegentlich bei Husten, Bronchitis und zur Unterstützung der Leber- und Gallenfunktion eingesetzt. Allerdings sollte es aufgrund der enthaltenen Saponine mit Vorsicht verwendet werden, da diese in hohen Dosen reizend wirken können.

Tagesdosis:
1,5 g der getrockneten Wurzel für Erwachsene

Kontraindikationen:
Seifenkraut sollte nicht auf offenen Wunden oder Schleimhäuten angewendet werden. Bei bekannter Allergie gegen die Pflanze ist die Anwendung ebenfalls zu vermeiden.

Nebenwirkungen:
Bei innerlicher Einnahme sind selten Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen möglich. In einigen Fällen kann es zu einer Entzündung des Dickdarms kommen.

Wechselwirkungen:
Es sind keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Substanzen bekannt.

Traditionelle Anwendung

Traditionell wurde Seifenkraut in der Hauswirtschaft zur Reinigung von Textilien und zur Körperpflege verwendet. Es war ein wichtiges Hilfsmittel vor der Erfindung synthetischer Seifen. Medizinisch wurde es in Form von Tees und Aufgüssen zur Behandlung von Husten, Atemwegserkrankungen und Verdauungsbeschwerden verwendet. Auch äußerlich fand es Anwendung bei Hauterkrankungen und Wunden.

Das Seifenkraut wurde historisch von arabischen Ärzten gegen Krankheiten wie Lepra, Flechten und bösartige Geschwüre eingesetzt. Im Mittelalter nutzten Klosterleute die Wurzel der Pflanze, um ihre Kleidung zu reinigen und dabei Seife und Alaun zu sparen. Im 18. und 19. Jahrhundert beschäftigten sich zahlreiche Wissenschaftler intensiv mit den Eigenschaften des Seifenkrauts. Ludolf verfasste 1756 eine Abhandlung über seine Wirkungen, während Buchholz 1811 als Erster das in der Pflanze enthaltene Saponin isolierte.

Hippokrates und später Lonicerus und Bock beschrieben die Pflanze als Mittel zur Förderung der Menstruation, zur Behandlung von Atemnot, Husten und Verschleimung sowie bei Leber- und Milzleiden. Die blutreinigende Wirkung der Seifenkrautwurzel wurde von v. Haller hervorgehoben, während Hecker ihre Anwendung bei Leber- und Lungenentzündungen sowie bei chronischen Hauterkrankungen wie Ekzemen empfahl.

Drogen und Zubereitungen

SymbolArzneidrogewiss. NameInfos und Bemerkungen
SeifenkrautwurzelSaponariae rubrae radixgetrocknete Wurzeln des Seifenkrauts, im August gesammelt
SeifenkrauttinkturSaponariae rubrae tincturaalkoholische Auszüge der Wurzeln

Praktische Anwendungen und Rezepte

Seifenkraut-Tee:
1 Teelöffel getrocknete Seifenkrautwurzeln in einer Tasse mit heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Mehrmals täglich eine Tasse trinken, um Husten und Verdauungsbeschwerden zu lindern.

Seifenkraut-Ölmazerat:
Einige Tropfen Seifenkrautöl mit einem Trägeröl (z.B. Jojobaöl) mischen und auf entzündete Hautstellen auftragen.

Seifenkrautbalsam:
100 ml Kokosöl mit 10 Tropfen Seifenkrautöl mischen. Diese Mischung kann auf schmerzende Muskeln und Gelenke aufgetragen werden, um Schmerzen und Entzündungen zu lindern.

Hautregenerationscreme:
50 g Sheabutter, 50 ml Mandelöl und 20 Tropfen Seifenkrautöl zusammen mischen. Diese Creme kann zur täglichen Pflege von trockener und reifer Haut verwendet werden, um die Haut zu regenerieren und zu nähren.

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